Aktion "zeitlos" der EJB
März 2011
Evangelische Jugend in Bayern startet die Aktion "zeitlos"
Bei der Evangelischen Jugend kann man jetzt Zeit spenden – anderes als gewohnt, nämlich virtuell. Auf der Homepage www.zeitlos.ejb.de werden Jugendliche aufgefordert, Stunden für die Jugendarbeit zu spenden und zu schreiben, wofür sie diese Zeit verwenden würden.
Mit der Zeitlos-Aktion will die Landesjugendkammer, das höchste Entscheidungsgremium der EJB, darauf aufmerksam machen, dass sich Jugendliche engagieren wollen, doch förmlich „zeitlos“ sind. „Unser Bildungssystem raubt ihnen die Zeit“, sagt Michael Thiedmann, der Vorsitzende der Landesjugendkammer. „Es ist schwer, Engagement und Schule oder Studium unter einen Hut zu kriegen“, so Thiedmann, der als Student und Vorsitzender der EJB diesen Kraftakt selbst immer wieder leisten muss.
Die Reformen im schulischen und universitären System haben in den letzten Jahren die Lebenswelten von jungen Menschen stark verändert. Der Leistungsdruck hat sich erhöht und es fehlt Zeit für außerschulische Aktivitäten oder für das Engagement in der Jugendarbeit.
„Junge Menschen sind zeitlos geworden“, beschreibt Landesjugendpfarrer Hans Gerd Bauer die Aktion. „Wer eine Vormittagsschule auf eine Vollzeitschule ausweitet, ohne eine grundsätzliche Schulreform anzugehen, der macht Schule unmenschlich“, so der Landesjugendpfarrer.
Engagement erwünscht, aber nicht vorgesehen
Die Landesjugendkammer fordert schon lange ein Umdenken in der Bildungspolitik. „Jugendarbeit ist Bildung“ heißt es in zahlreichen Verlautbarungen, die gerne gehört, aber nicht erhört werden. So soll zum Beispiel ein Wochentag nachmittags schulfrei sein, um Zeit für Jugendarbeit zu haben. Oder Schulschluss ab 16 Uhr und danach hausaufgabenfrei. Doch die Jugendrealität sieht im Moment so aus: Verkürzte Schulzeit bis zum Schulabschluss, Ausbildungsplatz suchen oder studieren und Credit points sammeln und danach ein Praktikum machen.
„Engagement ist wünschenswert, aber zeitlich nicht vorgesehen“, so die Verantwortlichen in der Jugendarbeit.
Mit der Internet-Aktion will die Evangelische Jugend möglichst viele Zeitstunden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sammeln. Diese werden gemeinsam mit den Aussagen der Jugendlichen an das Kultusministerium geschickt, um weiteren Handlungsbedarf deutlich zu machen.
Begleitend zur Internet-Aktion werden Postkarten an Schülerinnen und Schüler sowie an Studierende verteilt.
Die Forderungen der EJB sind auch unter der Seite www.zeitlos.ejb.de nachzulesen.
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