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"selig". So steht es auf inzwischen vier Auflagen unseres Dekanatsjugend-T-Shirts. Aber warum? Sind bei uns im Dekanat alle selig? Wie ist das denn, wenn man "selig" ist?von Martin Kugler |
von Karsten Schaller |
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Zum anderen wohnt den Seligpreisungen aber auch ein eschatologischer Charakter inne, d.h. es zeigt sich etwas davon, wie das Reich Gottes, das durch Jesus Handeln an den Menschen erfahrbar wird, in Zukunft ausschauen wird. Gerechtigkeit, Sanftmut, Trost, Mitleid und Frieden stehen im Mittelpunkt. Dinge, für die es sich lohnt, schon im Hier und Jetzt einzutreten, aber auch Dinge, die das Reich Gottes charakterisieren. Dinge, für die es sich lohnt, in der EJ zu arbeiten. Darum trage ich dieses Selig-T-Shirt bis heute mit einem gewissen Stolz. Es zeigt unsere Wurzeln, und es zeigt unsere Ideale. Ich bin gerne „selig“, und hoffe, dass es vielen anderen Jugendlichen im Dekanat auch so geht. Dass sie dieses T-Shirt mit einem gewissen Stolz tragen. Dass sie sich für dieses T-Shirt nicht rechtfertigen müssen, aber immer erklären können, was es damit auf sich hat. Dass sie gerne „selig“ sind. |
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Die Evang. Jugend und die Seligpreisungenvon Volker Napiletzki (anlässlich des 10-jährigen Dekanatsjugendjubiläums 2007) |
Die Seligpreisungenin der Übersetzung nach Martin Luther |
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Die Seligpreisungen in einer freien Übertragung von Piere Stutz haben die Väter und Mütter der Konzeption für die Evang. Jugend im Dekanat Bad Tölz, die im Jahre 2002 von der Dekanatsjugendkammer erarbeitet wurde, ans Ende des Konzeptionstextes gestellt. Der Anspruch ist hoch: Die Selig-preisungen sollen „Richtschnur für unser Leben“ sein, heißt es da.Und auf den T-Shirts, die uns im ganzen Bayernland im Bereich der Evang. Jugend bekannt gemacht haben, steht es plakativ drauf: selig Mt. 5,1-11 und dann heißt es auf dem Landesjugendkonvent oder anderen Veranstaltungen: Ah, „selig“, Ihr seid doch die „Tölzer“!? Wenn der Jugendliche an sich, der beim Tragen von T-Shirts mit eindeutig missionarischem Charak-ter sonst doch eher zurückhaltend ist, sich selbstbewusst in ein solches hüllt und sich damit - viel-leicht sogar über den internen Bereich hinaus - in die freie Wildbahn des Lebens begibt, läuft er in Gefahr, darauf angesprochen zu werden und sich erklären zu müssen oder zumindest neugierige bis skeptische Blicke zu ernten bis hin zum ablehnenden Kopfschütteln. Was hat es also mit diesen Seligpreisungen auf sich, dass sie zu solch einem Tun verleiten, vorausgesetzt es geschieht reflektiert und die Auswahl des Shirts beruht nicht rein auf modischen Erwägungen oder ist dem morgendlichen Koma-Zustand geschuldet, in dem die Wahl der Kleidung zuweilen geschieht?! Vielleicht ist es ja die Eindeutigkeit und die Radikalität, die in den Seligpreisungen zum Ausdruck kommt: Ein klares Statement, hineingerufen in die Unvollkommenheit unserer Welt: Gerade weil es Krankheit und Tod, Leid, drückende Armut, politische und gesellschaftliche Unterdrückung, Streit und Krieg gibt, ja gerade weil unsere Welt so ist, wie sie ist, gerade deshalb brauchen wir die klare Ansage: Nur, weil es so ist, wie es ist, muss, darf und soll es nicht so bleiben, wie es ist! „Alles Unsinn“, mag da einer rufen. Die Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu, die drehen sich um Gottes Reich, die handeln nicht vom Diesseits, da geht es um das Himmelreich, um Gottes Reich eben. Doch in der Bergpredigt wird kein ethisches Ideal verkündigt, dass erst „irgendwann einmal“ bei Gott verwirklicht sein wird, sondern „Gottesreich“ meint einen Zustand, der bereits angebrochen ist, aber noch nicht vollkommen. In dieser Spannung des „schon“ und „noch nicht“ leben wir: Der Anfang ist gesetzt, aber das Ziel noch nicht erreicht. „Selig sind“ oder, wie es Ernst Lange formuliert, „glücklich sind“ oder nach Piere Stutz „Den Weg zur Quelle finden jene“, dieses „selig“ meint „Heil“. Selig ist der Mensch, der trotz allen Unheils dieser Welt daran glaubt, dass das Ende allen Unheils zugesagt ist. Der nicht resigniert, sondern im Vertrauen auf die Kraft Gottes, die Liebe, daran mitarbeitet, dem Heil den Weg zu bereiten. Wir arbeiten daran. 10 Jahre schon. Es ist nicht immer leicht. Hören wir auf den Text, lassen wir uns anrühren, aufrütteln und ermutigen von den Worten Jesu: |
Mt 5,1-12 Die BergpredigtDie Seligpreisungen(Lk 6,20-49)
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind die aFriedfertigen;A denn sie werden Gottes Kinder heißen. A) Andere Übersetzung: »die Frieden stiften«. 10 Selig sind, die aum der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen aum meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie averfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. (Übersetzung: Luther, 1984)
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Vor ein paar Jahren, ich hatte mal wieder eines der Selig-T-Shirts angezogen, begegneten mir in der S-Bahn drei Jugendliche. Sie schauten alle etwas irritiert auf den Aufdruck, bis einer mit verstellter Stimme, quasi pseudo-satanistisch, tief „Jesus“ rief. Dann liefen sie weiter. Kein Gelächter. Nur dieses eine Wort. Ich war recht überrascht, so wie die Jungs aussahen, hätte ich ihnen eher nicht zugetraut, dass sie den Aufdruck verstehen würden.
„Freut euch! Jubelt! Ihr habt allen Grund, glücklich zu sein!“
Die Seligpreisungen in einer freien Übertragung von Piere Stutz haben die Väter und Mütter der Konzeption für die Evang. Jugend im Dekanat Bad Tölz, die im Jahre 2002 von der Dekanatsjugendkammer erarbeitet wurde, ans Ende des Konzeptionstextes gestellt. Der Anspruch ist hoch: Die Selig-preisungen sollen „Richtschnur für unser Leben“ sein, heißt es da.
